Traumatherapie – EMDR
EMDR = Eye Movement Desensitization an Reprocessing
Übersetzt etwa : Desensibilisierung und Neu-Verarbeitung durch Augenbewegung
Wenn traumatische Erfahrungen unverarbeitet in uns weiterwirken, kann dies die Lebensenergie ganz schön durcheinander bringen: ein Teil dieser Lebenskraft geht weg ( spacing out ), wie amerikanische Traumaforscher herausgefunden haben.
Nach Tagen, Wochen, Monaten, evtl. Jahre später klagen die Betroffenen über:
Ängste und Panikattacken
Ängstlichkeit / Schreckhaftigkeit
Schlafstörungen / Albträume
Depressive Verstimmungen / Verlust der Lebensfreude
Sozialem Rückzug / Schuldgefühle
Erhöhter Reizbarkeit / Konzentrationsstörungen
Vermeiden von Situationen, die an das Trauma erinnern
Was passiert bei einem Trauma?
Erlebnisse werden in unterschiedlichen Arealen des Gehirns abgespeichert. Wir unterscheiden – vereinfacht gesagt – zwischen dem emotionalen und kognitiven Gehirn. Das emotionale Gehirn speichert Gefühle, Sinneswahrnehmungen und Körper- Empfindungen. Für Sprache, logisches Denken und zeitliche Abfolge ist das kognitive Gehirn zuständig. Durch zahlreiche Nervenbahnen sind beide Gehirnhälften miteinander verknüpft. Bei einem Trauma, also einem Schockerlebnis oder einer lebensgefährlichen Situation ist diese Verknüpfung beider Gehirnhälften getrennt. Das Erlebte wird nicht als Ganzes abgespeichert, d.h. daß oft traumatische Erfahrungen, die Jahre zurückliegen, als gegenwärtig erlebt werden mit den damit verbundenen Gefühlen wie Angst, Trauer, Panik oder Gefühllosigkeit.
Wie kann EMDR helfen ?
Durch die Links-Rechts-Stimulierung des Gehirns mittels Augenbewegung oder Tapping ( klopfen auf Hände oder Knie) kommt es zu einer Neuvernetzung der blockierten Nervenverbindungen. Die abgespaltenen Erinnerungen und Gefühle können auf diese Weise zurückkommen und die damit verbundenen negativen Gefühle, Gedanken und Körperreaktionen zum Positiven hin verändert werden. Die Erinnerung an das Ereignis bleibt bestehen, wird aber jetzt als abgeschlossen und vergangen gesehen und ist somit nicht mehr belastend.

Viele Klienten können dann am Ende einer Therapiesitzung sagen :
„Das damals Erlebte war schlimm – aber jetzt ist es vorbei.“
